Musik kann in Bestandteile zerlegt („analysiert“) werden. Diese Bestandteile kann man getrennt betrachten, komponieren und für den musikalischen Vortrag üben. Es sind die „Musikalischen Parameter“ oder Eigenschaften.
Die Benutzung einer gemeinsamen Fachsprache ermöglicht es uns präzise über Musik zu kommunizieren.
Im folgenden werden diese Parameter und Begriffe einleitend definiert und beschrieben.
Das Tempo wird in „Schlägen pro Minute“ (bpm) gemessen. Die Angabe bezieht sich immer auf einen bestimmten Notenwert. Zusätzlich zu Zahlenangaben werden häufig italienische Tempowörter verwendet (z.B. largo, andante, allegro, presto). Das Messgerät der Geschwindigkeit heißt „Metronom“.
Das Tempo kann sich während des Stückes ändern, z.B. kann an einer Stelle das Tempo kurz anhalten („Fermate“). Oder es kann sich insgesamt beschleunigen („accelerando“) oder verringern („ritardando“)
Manche Stücke oder ganze Musikstile (z.B. Wiener Walzer oder Klaviermusik der Romantik) fordern ein freies, ständig schwankendes Tempo.
Das Metrum ist die regelmäßige und wiederholte Abfolge von betonten und unbetonten Ereignissen. Es wird durch die anderen Parameter umgesetzt, d.h. hörbar gemacht. In der Parameterbeschreibung unten wird beschrieben, wie diese auf einfachste Weise das Metrum darstellen und umsetzen könnten. Dies ist keine Regel, sondern eine künstlerische Entscheidung, die auch die Eigenheiten eines ganzen Musikstils prägen können. (z.B. Schlager und Kinderlieder setzen das Metrum direkt und naheliegend um, Jazz und „Klassik“ halten es ambivalent.)
Es wird durch einen Zähler und einen Rhythmuswert angegeben: 3/4-Takt „Drei Viertelnoten pro Takt.“ Die Taktartsymbole sind eine tradierte Kurzschrift, deren Verteilung von betonten und unbetonten Positionen man erlernen muss; man kann sie nicht aus dem Symbol ablesen. So bedeutet 6/8 einen Takt mit zwei Schwerpunkten, die jeweils drei Zwischenschritte umfassen (1 + + 2 + +).
Die Positionen werden auch als „Zeiten“ oder „Schläge“ bezeichnet. Es wird gezählt mit Zahlen auf den Hauptzählzeiten und dem Wort „und“, notiert als „+“, auf den schnelleren Nebenzählzeiten: „Eins Zwei Drei“ oder „Eins Zwei und Drei Vier“ (1 2+ 3 4).
Die erste Position ist immer schwer bzw. betont und immer schwerer als alle anderen. Es gibt evtl. noch halbschwere Positionen. Alle anderen sind leicht bzw. unbetont.
Die Takte werden, insbesondere in Notenschrift, durchnummeriert. Ein Takt ist definiert durch die Zählzeit „Eins“. Ein Auftakt am Anfang des Stücks ist deswegen kein Takt und wird nicht gezählt. Ein unvollständiger Takt am Ende des Stücks wird als Takt gezählt, da er eine „Eins“ hat.
Das Metrum steht im Kompositionsprozess am Anfang. Die anderen Parameter bauen auf dem Metrum auf und machen es hörbar. Für den Hörer ergibt sich das Metrum allerdings erst am Ende des Rezeptionsprozesses durch die Kombination der anderen Parameter wie Dynamik, Klangfarbe, Rhythmus und Melos.
Erst wenn das Metrum mit dem Tempo kombiniert wird, weiß man, wie lange ein Takt in Sekunden dauert.
Die Dynamik bezeichnet die Lautstärke sowohl der gesamten Musik als auch die Spielanweisung einzelner Musiker oder Instrumente. In der Notenschrift wird es durch Abkürzungen auf Italienisch angegeben: f (forte - laut), p (piano - leise), mf (mezzo-forte - mittellaut) u.ä.
Verlauf: cresc. / crescendo – allmählich lauter werden. dim. / decresc. – allmählich leiser werden.
Dynamik ist immer relativ zum gesamten Stück zu sehen und auch vom Instrument abhängig. Die Lautstärkezeichen bedeuten insbesondere keine Messung in Dezibel (dB)! Das forte einer Trompete ist lauter als das forte einer Gitarre. Ein piano in einem insgesamt lauten Stück ist evtl. lauter als ein forte in einem anderen Stück.
Wenn Dynamik das Metrum umsetzen soll, werden betonte Zeiten laut gespielt.
Der Rhythmus bezeichnet relative Tondauern einzelner Töne sowie Gruppen und wiederkehrende Muster. Wie viele Sekunden eine Note tatsächlich andauert, lässt sich erst sagen, wenn man ein Tempo hinzunimmt. Z.B. dauert eine Viertelnote bei Tempo 60 genau eine Sekunde.
Die „Notenwerte“ sind immer halbiert bzw. verdoppelt. Jeweils zwei kurze Noten dauern so lange wie eine längere Note. Die Werte starten heute bei einer „Ganzen Note“ und werden dann für ihre Benennung jeweils halbiert: Ganze Note, Halbe (Note), Viertel, Achtel, Sechzehntel, Zweiundreißigstel usw. Die Noten werden auch 4tel, 8tel, 16tel geschrieben. 32tel und kürzer sind selten. Früher gab es noch längere Werte: Eine „Breve“ ist eine doppelte Ganze, eine „Longa“ ist eine doppelte Breve. Ein Punkt hinter der Note verlängert ihren Wert um die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes. (Punktierte Halbe Note = Halbe + Viertel)
Heute ist die Viertelnote der gebräuchlichste Wert und alles wird von ihr aus gedacht. Die meisten Taktarten und Tempoangaben beziehen sich auf die Viertelnote.
Pausen, also das Nichtklingen, gehören ebenso zum Rhythmus und haben feste Dauern, die denen der Notenwerte entsprechen.
Die rhythmische Gestaltung der Musik setzt auf dem Metrum auf. Der Rhythmus gestaltet den zunächst nicht hörbaren „Bauplan“ des Metrums konkret aus. Soll der Rhythmus das Metrum umsetzen, sind auf betonten Zeiten lange Noten und auf unbetonten kurze Noten.
Der Rhythmus sollte nicht mit dem Tempo verwechselt werden. Auch im langsamen Tempo können viele kurze Noten gespielt werden. Um den Rhythmus weiterhin vom Tempo zu trennen, werden die Begriffe „schnell“ und „langsam“ nicht verwendet. Stattdessen spricht man von „mehr Noten“ oder „weniger Noten“, oder „kleinere Aufteilung“. Mit „rhythmischer Dichte“ bezeichnet man den Grad, wie eng die musikalischen Ereignisse zeitlich aufeinander folgen.
Rhythmus kann durch einfache Mathematik beschrieben werden: Man verwendet die Grundrechenarten und kann Notenwerte wie Zahlen behandeln. Im Normalfall füllt man einen metrischen Takt exakt durch rhythmische Notenwerte auf. Unregelmäßigkeiten wie Synkopen, Triolen oder Überbindungen verändern nicht die mathematische Taktfüllung, sondern nur die wahrgenommene Betonung.
Das Melos beschreibt die Tonhöhe und deren Änderung. Unterschiedliche menschliche Stimmen und Instrumente können nur Teilbereiche aus allen möglichen Tönen spielen. Sie haben einen „Ambitus“ (Tonumfang).
Die Wörter für Tonhöhen sind „hoch“ oder „tief“ bzw. höher und tiefer.
Töne werden durch Buchstaben angegeben, die sich in zwei Gruppen teilen: Die Stammtöne (C D E F G A H) und die „alterierten“, also abgeleiteten und veränderten Töne. Letztere werden auch „Nebentöne“ genannt.
Diese werden mit „Vorzeichen“ geschrieben:
Stammtöne und Nebentöne sind absolut. Sie ändern sich nicht mit einer anderen Skala oder Tonart.
Es gibt viele unterschiedliche Buchstaben-Schreibweisen für Tonhöhen, z.B. C4 oder c' oder 60. Weltweit hat man sich bisher nicht auf eine Schreibweise geeinigt. In anderen Sprachen haben die Töne evtl. andere Namen: b statt h, f-sharp statt fis.
Diatonik und Chromatik sind relativ, im Gegensatz zu Stammtönen und Nebentönen, und ändern sich durch eine neue Tonart oder Skala.
„Enharmonisch“ nennt man Töne, die auf manchen Instrumenten gleich klingen, aber unterschiedlich geschrieben werden (z.B. dis & es oder eis & f). Enharmonik wird durch Chromatik erreicht.
In der Notenschrift werden Noten nach oben höher und nach unten tiefer. Auf dem Klavier wird es nach rechts höher und nach links tiefer. Kürzere und kleinere Instrumente sind höher als große und lange.
Die Tonhöhe hat keinen starken Einfluss darauf das Metrum umzusetzen. Auf betonten Schlägen können sowohl hohe als auch tiefe Töne liegen. Zur Umsetzung des Metrums liegen auf betonten Taktzeiten meist Töne der jeweiligen Harmonie, auf unbetonten Zeiten häufig akkordfremde Töne.
Der relative Abstand zwischen zwei Tonhöhen wird als „Intervall“ bezeichnet. Eine Aneinanderreihung von Tönen oder Intervallen wird als „Skala“ oder „Tonleiter“ bezeichnet. Siehe die Erklärung weiter unten.
Physikalisch/akustisch wird die Tonhöhe durch eine absolute Frequenz in Hertz (Hz) angegeben. So hat der Stimmton a' die Frequenz 440Hz. Das menschliche Gehör hört theoretisch und maximal zwischen 20Hz und 20.000Hz, wobei bewusste Musik eher zwischen 50Hz und 2000Hz gehört wird. Die menschliche Sprechstimme liegt zwischen 80Hz und 255Hz.
Ein musikalischer Ton besteht nicht nur aus einer einzelnen Frequenz sondern ist eine Kombination aus vielen immer leiser und höher werdenden Frequenzen, auch über 2000Hz hinaus. Alle Frequenzen außer der tiefsten werden aber als Klangfarbe und nicht als Tonhöhe wahrgenommen.
Die Klangfarbe bezeichnet im Allgemeinen, welches Instrument gespielt wird und im Speziellen, wie es gespielt wird. Zur Beschreibung der Spielweise werden freie, poetische Adjektive benutzt: nasal, rau, hohl, hell, dunkel, hart, weich, warm usw.
Unterschiedliche Instrumente haben mehr oder weniger starke Möglichkeiten, ihre Klangfarbe zu ändern: ein Klavier hat fast keine Möglichkeiten; eine Geige kann durch Bogendruck, -winkel und -position viel Einfluss nehmen. Manche Instrumente ändern ihre Klangfarbe zwangsläufig durch die Tonhöhe; man spricht dann von „Registern“, z.B. „Die Klarinette klingt im hohen Register weicher als im tiefen“.
Auch der Raum und Aufnahmetechnik haben Einfluss auf die Klangfarbe.
Die Klangfarbe kann physikalisch/akustisch durch ein Obertonspektrum beschrieben werden und durch ein Spektrogramm visualisiert werden.
Technisch gesehen gehören auch das Aussprechen und das Singen von Text zur Klangfarbe, wenn auch in der Komplexität um ein Vielfaches höher als die Möglichkeiten der Instrumente. Insbesondere Vokale haben ein spezielles Obertonspektrum („Formanten“), das vergleichbar mit dem charakteristischen Klang von Instrumenten ist.
Als Harmonik bezeichnet man den Zusammenklang mehrerer Töne. Ein einzelner Zusammenklang wird auch Akkord genannt. Um einen Akkord von einem Intervall zu trennen, zählen nur Klänge mit drei oder mehr Tönen als Akkorde. Meist bestehen Akkorde aus drei bis fünf Tönen.
Betrachtet man einen einzelnen Zusammenklang ohne Kontext, ohne musikalischen Verlauf, kann dieser eine Klangqualität für sich haben.
Stabile Zusammenklänge beschreibt man oft mit Begriffen wie „entspannt, ruhend, offen, statisch“, instabile als „gespannt, auflösungsbedürftig, unruhig“.
Kleine Intervalle (Terzen und Sekunden) führen zu einem kompakten, aber engen Klang, bei dem Dissonanzen überbetont wirken. Zusammenklänge aus großen Intervallen (Quarten, Quinten, Sexten) führen zu einem weiten, stabilen Klang, der Dissonanzen gut aushält.
Dissonanzen wirken in hohen Tonlagen weniger stark als in tieferen. Bei Konsonanzen ist es genau andersherum.
Bei tonaler Dreiklangsharmonik (s. u.) spielt der tiefste Ton, der Basston, eine große Rolle für die Stabilitätswahrnehmung. Steht der Grundton im Bass, wirkt der Akkord am stabilsten. Steht die Terz oder ein Zusatzton (Septime, Sexte) im Bass, ist die Stabilität vermindert. Steht der Quintton im Bass, wirkt der Akkord funktional stark instabil.
Während die Klangqualität nur einen einzelnen Akkords beschreibt, befasst sich die funktionale Harmonik mit dem Spannungsverlauf zwischen Akkorden und ihrer logischen Abfolge in der Zeit. Akkorde stehen dabei nicht isoliert, sondern in Beziehungen zueinander.
In der sogenannten „tonalen“ Musik haben Akkorde unterschiedliche Funktionen. Diese beschreiben, welche Rolle ein Akkord im Spannungsaufbau und in der logischen Weiterführung („Auflösung“) spielt.
Dabei beziehen sich alle Funktionsakkorde auf ein tonales Zentrum: die Tonart.
Im Zentrum stehen die drei „Hauptfunktionen“:
Es gibt viele weitere abgeleitete und stellvertretende Akkordtypen und Funktionen, die dissonante Zusatztöne zur Wirkungsverstärkung enthalten können.
Die funktionale „Spannung“ eines Akkordes, die einen nächsten Akkord vorhersagt oder provoziert, ist verwandt mit der Stabilität eines isolierten Zusammenklangs. Die Begriffe „gespannt“ und „instabil“ werden oft synonym verwendet.
Den geordneten, dauerhaften Übergang von einer Tonart in eine andere nennt man „Modulation“.
Die logische Fortführung von einzelnen Noten eines Zusammenklangs zum nächsten nennt man „Stimmführung“. Siehe „Stimmen“ und „Mehrstimmigkeit“ unten.
Durch funktionale Harmonik baut sich beim Hörer eine (unbewusste) Erwartungshaltung auf, die sich von Moment zu Moment in Echtzeit während des Hörens verändert: Spannungen verlangen Entspannung („Auflösung“), auf Instabilität soll Stabilität folgen. Das bedeutet nicht, dass dies auch immer so passieren muss, im Gegenteil: die Erwartungshaltung knapp zu verfehlen oder ab und zu gar nicht zu erfüllen wird als hochqualitativ wahrgenommen.
Die Unterdisziplin der „Harmonielehre“ ist besonders gut erforscht und beschrieben. Die hauptsächlichen Analysemethoden heißen „Stufenlehre“ und „Funktionstheorie“, wobei letztere weiter ins Detail geht.
Die Melodie ist kein eigener Parameter. Sie ist die Kombination von Melos und Rhythmus und bezeichnet eine einstimmige, lineare Folge von Tönen mit unterschiedlicher Höhe und Dauer. Sie wird als eigenständige musikalische Einheit wahrgenommen.
In der Regel werden nur solche Stimmen als Melodie bezeichnet, die eine eigene, wiedererkennbare musikalische Identität haben. Gleichzeitig zur Melodie können auch andere „Stimmen“ (s.u.) zur Begleitung oder Ergänzung gespielt werden. Zusammen mit einem gesungenen Text in einem Lied nimmt die Melodie die zentrale Stelle im Musikstück ein.
Man beschreibt an einer Melodie den „Melodieverlauf“ und ihre „Phrasierung“: Gliederung in musikalisch sinnvolle Abschnitte. Man beschreibt den Verlauf als Überblick in Tonschritten, -sprüngen und -wiederholungen, wobei Sprünge groß und klein sein können. Möchte man genauer beschreiben, benutzt man Intervalle (s.u.).
Eine Melodie kann eine implizite Harmonik besitzen, die sich erst in der Erinnerung der Zuhörer ergibt: als Zusammenfassung der bisher gehörten Töne.
Einfache Kinderlieder und Volkslieder können ausschließlich aus einer Melodie, ohne Begleitung oder Akkorde, bestehen.
Die Unterdisziplinen heißen „Melodielehre“ und „Kontrapunkt“.
Ein Intervall bezeichnet den Abstand zwischen zwei Tonhöhen, unabhängig von ihren absoluten Frequenzen. Intervalle bestimmen die Gestalt von Melodien, indem sie jeden Schritt von einer Note zur jeweils nächsten beschreiben. Intervalle werden immer zwischen Stammtönen gemessen! Sie heißen: Prime, Sekunde, Terz, Quarte, (Tritonus), Quinte, Sexte, Septime, Oktave.
Akkorde und andere Zusammenklänge setzen sich aus Intervallen zusammen, die entweder vom tiefsten Ton aus bezeichnet werden oder vom funktionalen Grundton.
Intervalle, und in Folge auch Akkorde, werden auf einem Spektrum von Konsonant (miteinander klingend) nach Dissonant (gegeneinander klingend) angeordnet. Was persönlich als „gut“ oder „schlecht“ wahrgenommen wird, entscheidet sich nicht nur durch die persönliche Musikbildung des Rezipienten, sondern auch durch den musikalischen Kontext bzw. den Musikstil. Die Reihenfolge ist aber davon unberührt. Von „sicher konsonant“ nach „sicher dissonant“: Prime, Oktave, Quinte, große Sexte, gr. Terz, kleine Sexte, kl. Terz, Quarte, kl. Septime, gr. Sekunde, gr. Septime, kl. Sekunde, Tritonus
Eine Skala oder „Tonleiter“ ist eine geordnete Auswahl von Tönen innerhalb einer Oktave (z.B. Dur, Moll, Dorisch) und legt das verwendete Tonmaterial sowie typische Klangwirkungen fest. Eine Skala wird meist aus sieben Tönen der insgesamt zwölf möglichen gebildet. Die Skala ist sehr stark verantwortlich für die emotionale Gesamtwirkung des Stücks.
Gibt man einer relativen Skala einen „Grundton“, ein Zielton und ein tonales Zentrum, wird daraus eine „Tonart“, z.B. „C Dur“, „Fis Moll“ oder „G Dorisch“.
Die Stufen der relativen Skala werden für Komposition, Kommunikation oder Analyse entweder mit arabischen oder römischen Zahlen durchnummeriert (1, 2, 3, 4... I II III IV) oder durch relative Solmisation bezeichnet: „do re mi fa so la ti“ oder „sa ri ga ma pa da ni“. Diese Nummerierung ist relativ und unabhängig vom absoluten Grundton. So können auch transponierende Instrumente miteinander kommunizieren.
Bei der Transposition wird eine Melodie oder ein ganzes Stück inkl. aller Akkorde in eine andere Tonhöhe versetzt, wobei alle Intervalle exakt erhalten bleiben. Dadurch bleibt die musikalische Gestalt gleich, nur die absolute Lage ändert sich. Da Instrumente und Stimmen dadurch absolut gesehen höher oder tiefer spielen, ändert sich jedoch ihre Klangfarbe. Manche Instrumente sind grundsätzlich transponiert, was bedeutet, dass ihre Notenschrift um ein festes Intervall von untransponierten Instrumenten (z.B. Klavier) abweicht. Beispiele: Eine Gitarre ist um eine Oktave transponiert, was einfach zu verstehen und zu kommunizieren ist. Eine Klarinette ist um einen Ganzton transponiert, was die Kommunikation sehr schwierig macht und sehr viel Übung erfordert.
Die musikalische Stimme ist eine eigenständig geführte musikalische Linie, die durch ihre Parameter als selbstständige, erkennbare Einheit wahrgenommen wird. Beschreibt man den Verlauf einer einzelnen Stimme, die parallel zu anderen verläuft, redet man von „Stimmführung“.
Eine Stimme kann komplett alleine (Einstimmigkeit) oder mit einer Begleitung (z.B. einfaches Lied, Gesang mit Gitarrenakkorden) musizieren. Oder mehrere Stimmen spielen gleichzeitig in der Mehrstimmigkeit. Die „Melodie“ kann als Spezialfall einer Stimme angesehen werden, nämlich alleine oder mit Begleitung.
Stimmen haben meist eine Funktion: Hauptstimme, Zweite Stimme, Begleitstimme, Bassstimme etc.
Zwar wird meist eine Stimme von einem Musiker ausgeführt, doch das ist keine Regel:
Das Musikstück, oder nur Stück, bezeichnet jede Musik, die in sich geschlossen und zeitlich durch Anfang und Ende begrenzt ist. Das „Stück“ ist der allgemeinste Begriff für jede Art und Form von Musik, ohne Eingrenzung des Stils, der Zeit oder der Herkunft.
Im Unterschied dazu gibt es Begriffe, die mitschwingende Bedeutungen haben: „Lied“ impliziert Gesang mit Text im Mittelpunkt, „Track“ impliziert eine Aufnahme, „Walzer“ einen bestimmten Tanz im 3/4-Takt, „Werk“ meint Kunstmusik usw.
Die Form beschreibt die zeitliche und strukturelle Gesamtordnung eines Musikstücks, also die Art und Weise, wie musikalische Abschnitte gegliedert, angeordnet, wiederholt, variiert und in Beziehung gesetzt sind.
Es handelt sich um Verlauf und Aufbau in größeren und größten Einheiten. Die kleinste Betrachtungseinheit ist der Takt, aber eher die Kombination von mehreren Takten zu Teilen. Formteile können sehr lang werden und bestehen dann aus kleineren Unterformen.
Sie werden abstrakt mit Großbuchstaben beschrieben, die durch „gleich“ (A A), „ähnlich“ (A A') und „anders“ (A B) entschieden werden. Eine Form wird z.B. als „AABA“ aufgeschrieben.
Typische stilgebundene Begriffe für Formteile sind „Strophe“, „Refrain“, „Exposition“ usw.
Man bezeichnet die Veränderung der Musik aus der Vogelperspektive innerhalb des Stücks und die emotionale Reaktion der Hörer auf den Wirkungsverlauf auch als „Dramaturgie“. Für die Wahrnehmung dieser Dramaturgie ist es wichtig, dass Musik von „links nach rechts“ läuft. Jetzt gerade erklingendes bezieht sich immer nur auf bereits gehörtes, nie auf zukünftiges.
Die Unterdisziplin nennt man „Formenlehre“.
Die Komposition wird von einem Komponisten oder einer Komponistin verfasst. Das Wort kommt von lat. „componere“: zusammensetzen.
Der Begriff bezeichnet im Allgemeinen das schriftliche Erschaffen von einem Musikstück, als zeitlich getrennte Phase, bevor es gespielt wird.
Eine Komposition wird „interpretiert“, im Gegensatz zu einer Improvisation, und die ausführenden Musiker werden „Interpreten“ genannt. Eine Komposition kann von mehreren Interpreten leicht unterschiedlich gespielt werden.
Im Speziellen bezeichnet „Komposition“ durch Notenschrift das Alleinstellungsmerkmal europäischer Kunstmusik seit dem Jahr 900. Schriftliche Vorbereitung und Vorüberlegung machen es möglich sehr komplexe und vor allem mehrstimmige Musik vorzubereiten, die geübt werden und wiederholt aufgeführt werden kann. Die Entwicklung der Notenschrift und des Kompositionhandswerks sind eng verbunden und voneinander abhängig.